I4.1.2. Regelmäßigkeiten und nachweisbare Eigenschaften der Moralgesetze
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Copyright Dr. Ing. Jan Pająk

I4.1.2. Regelmäßigkeiten und nachweisbare Eigenschaften der Moralgesetze

Das letzte Unterkapitel beschrieb detailliert die Moralgesetze, die bisher identifiziert werden konnten. Für diejenigen Leser, die bereits ihre Existenz akzeptieren, wäre jetzt der nächste wichtige Schritt die Kenntnisnahme ihrer generellen Regeln. Obwohl sich diese Regeln direkt aus den Überlegungen des letzten Unterkapitels ergeben, erfordern sie für ein umfassenderes Verständnis der moralischen Gesetze eine gesonderte Zusammenfassung und Verdeutlichung. Hier sind sie:
#1. Moralgesetze sind im Vergleich zu Gesetzen der Physik übergeordnet. Dieser Vorrang ergibt sich aus dem Vorrang der klugen Gegen-Welt, in der die Gesetze des Intellekts (einschließlich der Moralgesetze) gelten, vor der physischen Welt, in der die physikalischen Gesetze gelten. Praktisch bedeutet das, dass die Moralgesetze imstande sind, die physikalischen Gesetze zu regieren und ihre Aktion auszulösen. Um hier ein anschauliches Beispiel zu geben, wenn beispielsweise zur Zeit eines Duells zweier Personen diese gleichzeitig und auf gleiche Weise die Aktion der physikalischen Gesetze auslösen (d.h. indem sie den Abzug ihrer Pistolen drücken), wird das Ergebnis des Duells von den Moralgesetzen in Bezug auf die sich duellierenden Personen (z.B. davon, wessen Karma sich nicht erfüllen würde, wenn er getötet werden würde) abhängig sein. Dieses Primat der Moralgesetze über die Gesetze der Physik ist so wesentlich, dass es in sich selbst eines der Moralgesetze wird, die im vorigen Unterkapitel detailliert besprochen wurden.
#2. Es besteht eine hohe Symmetrie zwischen den Moralgesetzen und den Gesetzen der Physik. Unser Universum ist hoch symmetrisch. Diese Symmetrie umfasst auch alle gemeinsamen Beziehungen zwischen diesen beiden Gesetzesgruppen. Wie bereits im vorigen Unterkapitel erwähnt wurde, entspricht jedes Moralgesetz einem einschlägigen physikalischen Gesetz und vice versa. Nur, dass sich die Moralgesetze auf das Moralfeld beziehen und nicht auf das Gravitationsfeld. Um diese Symmetrie mit Beispielen zu veranschaulichen, so besitzt z.B. das physikalische „Gesetz der Aktion und Reaktion“ sein intellektuelle Pendant im zuvor bereits besprochenen Bumeranggesetz. Des weiteren besitzt das physikalische „Balancegesetz“ sein intellektuelles Pendant in Gestalt des moralischen „Gesetzes der zweischneidigen Folgen“, das besagt, dass „die Summe aller uns betreffenden positiven und negativen (kurz- und langfristigen) Folgen jeden Ereignisses, jeder Aktion oder die Erscheinung auf Null zurückgesetzt werden muss (d.h. diese Folgen müssen sich für uns gegenseitig neutralisieren)“.
Gemäß dem Gesetz der Zweischneidigkeit existiert also in der physischen Welt nichts, was nur positive oder nur negative Folgen hätte. Auch das Gesetz D’Alemberts, dass die Arbeit der mechanischen Trägheit beschreibt, besitzt sein moralisches Pendant, das besagt, dass „die Einführung jeder neuen Idee immer eine intellektuelle Opposition proportional zur Bedeutung begleitet, die diese Idee für die Zukunft unserer Zivilisation besitzt (bzw. zur Anzahl der Personen, die mit dieser Idee in Berührung als „moralische Masse“ kommen, und genauer von der Summe der Intelligenz der Menschen, die mit dieser Idee in Berührung kommen – Details siehe Unterkapitel JE3.2)“.
Natürlich können wir, wenn wir über diese Symmetrie Kenntnis haben, sie praktisch nutzen. Wie es beispielsweise bereits zu Beginn des vorigen Unterkapitels I4.1.1 erläutert wurde, ist es mit ihrer Hilfe möglich, neue Moralgesetze durch gewöhnliche Übersetzung physikalischer Terminologie in moralische zu erkennen. Allerdings sollte man daran denken, dass es bestimmte Unterschiede zwischen beiden Welten gibt, in welchen beide Gesetzesgruppen herrschen. Diese Unterschiede sollte man während solcher Übersetzungen berücksichtigen. Die unvernünftige physische Welt und die kluge Gegen-Welt widerspiegeln sich gegenseitig auf der Grundlage von umgekehrten Spiegelungen und nicht auf der Grundlage von exakten Kopien. Daher muss die Anziehung aus der physischen Welt ersetzt werden durch Abstoßung in der Gegen-Welt und vice versa (z.B. in den Moralgesetzen ziehen sich dieselben Qualitäten/ Pole immer gegenseitig an, während sich dieselben Pole in den physikalischen Gesetzen voneinander abstoßen).
Darüber hinaus muss jede Eigenschaft in ihr Gegenteil umgekehrt werden. Beispielsweise wird die physikalische Trägheit aus unserer Welt in der Gegen-Welt durch die Selbstmobilität ersetzt, das Gewicht wird durch Gewichtslosigkeit ersetzt, die Dummheit durch Intelligenz usw. Was auch immer letztlich in unserer Welt absorbiert wird, wird in der Gegen-Welt ausgestrahlt und vice versa. Beispielsweise absorbieren in unserer Welt Objekte das Licht und sind daher schwarz und in der Gegen-Welt emittieren sie das Licht und leuchten daher und vice versa (Details siehe Beginn des Unterkapitels H3).
#3. Die Moralgesetze garantieren nach jeder Aktion hinterlassene Spuren. Unser Universum wurde zielgerichtet auf eine so intelligente Weise organisiert, dass die Tätigkeit jedweden Gesetzes zu entsprechenden zurückgelassenen Spuren führt. Aus diesem Grund kann keine Tätigkeit im vollständig Verborgenen stattfinden und eine getreue Rekonstruktion des Verlaufs einer beliebigen Aktion ist möglich. Dieses generelle Prinzip des „Hinterlassens von Spuren“ besitzt keinerlei Ausnahme. Daher hinterlässt die Tätigkeit der Moralgesetze die entsprechenden Spuren, nur, dass wir bis jetzt weder wussten, welche Spuren das sind, noch wo wir sie suchen sollen. Die vorliegende Monographie zeigt zwei Träger von Spuren jemandes Aktionen als Effekt der Tätigkeit der Moralgesetze auf.
Dies sind das „Karma“, beschrieben im Unterkapitel I4.4, und die „Moralenergie“, beschrieben im Unterkapitel I4.3. Natürlich gibt es meiner Meinung nach wesentlich mehr solcher Träger moralischer Spuren, nur, dass es uns einige Zeit kostet, sie alle aufzudecken. Zum Beispiel bin ich ziemlich sicher, dass auch eine Art natürliches Register existiert, das alle im normalen Verlauf der Zeit geschehenen Änderungen einschreibt. Daher werden wir eines Tages imstande sein aufzudecken, warum und wer den Verlauf der Ereignisse  auf der Erde durch Einführung technischer Änderungen in den Verlauf der Zeit auf unserem Planeten veränderte.
#4. Die Moralgesetze kennen keine „Vergebung“. Deshalb funktionieren sie in Bezug auf jede Person „automatisch“ und genau auf die gleiche entschiedene Art. Niemand kann also den Folgen seiner Taten entgehen, niemand kann auf „Vergebung“ für sein Verhalten zählen, niemand erhält von ihnen eine bevorzugte Behandlung, kein Mensch ist imstande, andere von den Effekten ihrer Wirkungen zu befreien oder zu schützen. Die einzige Situation, in der die Rückgabe eines betreffenden Verhaltens als Effekt der Wirkungen dieser Gesetze zurückgehalten werden kann und die sich als „Vergebung“ interpretieren ließe, ist der Fall, wenn die betreffende Person zuvor jemandem anderen eine früher erlittene Verletzung verziehen hat und mit Überzeugung und ohne Eigeninteresse an den universellen Intellekt um die Anullierung der Rückgabe dieser Verletzung an den Absender appellierte (dann, gemäß dem Bumeranggesetz, kann dieser verzeihenden Person ebenfalls einmal die Rückgabe einer selben Verletzung anulliert werden).
Obwohl also lt. Definition aus Unterkapitel I3.6 sich hinter der Tätigkeit der Moralgesetze der Intellekt versteckt, sind ihre Folgen genau so automatisch, unwiderruflich, wiederholbar und vorhersehbar wie die Folgen eines Computerstarts oder sich im Bereich der Gravitationskräfte zu befinden. Der einzige Unterschied ist, dass die Effekte der Tätigkeit des Computers oder die Anziehung der Gravitation lassen sich gewöhnlicherweise sofort erkennen, auf die Effekte der Tätigkeit der Moralgesetze dagegen muss man einen langen Zeitraum warten. (D.h. gewöhnlicherweise ist der Zeitraum, der den Bereich des Kurzzeitgedächtnisses bei Personen überschreitet, die von den Antworten betroffen sind, so, dass diese Personen gewöhnlich bereits in der Zwischenzeit ihr Verhalten, das zur betreffenden Rückgabe führte, vergessen haben.)
#5. Unterschiede der Anwendung von Gesetzen. Es gibt eine Reihe von grundlegenden Unterschieden zwischen der Anwendung der Moralgesetze und der Anwendung physikalischer Gesetze. Fassen wir sie zusammen:
– Einflussbereich. Physikalische Gesetze regeln das Schicksal von physischen Objekten (Gegenständen), wohingegen die Moralgesetze die Schicksale der Intellekte, inbegriffen die menschlichen Intellekte, regeln. Daraus ergibt sich die Empfehlung bezüglich der besten Vorgehensweise in unserem Leben. Sie besagt: „so die uns bekannten physikalischen Gesetze zu nutzen, dass sie zum günstigsten Schicksal unseres Körpers führen und gleichzeitig die uns bekannten moralischen Gesetze so zu nutzen, dass sie das Schicksal unseres Intellekts zum nützlichsten Verlauf vom Gesichtspunkt unserer Wünsche aus steuern“. Natürlich ist eine wirkliche Nutzung der Moralgesetze einzig dann möglich, wenn wir ihre Wirkungsweise (bewusst oder unbewusst) kennen, und auch die Grundlagen und Prozeduren ihrer Einbeziehung in das Leben (d.h. wenn uns der Totalizmus bekannt ist, beschrieben in den Kapiteln JA, JB und JC).
– Verhältnis zur Zeit. In der materiellen Welt, in der die physikalischen Gesetze arbeiten, gilt der Lauf der Zeit. In der Gegen-Welt dagegen, in der die moralischen Gesetze arbeiten, existiert keine Zeit. Daher gilt für die physikalischen Gesetze der „Grundsatz der zeitabhängigen Ursache und Wirkung“, die immer unter dem Gesichtspunkt der zeitlichen Folge angeordnet sind (d.h. zuerst erscheint die Ursache und dann tritt die Wirkung ein). Beispielsweise wird lt. den Gesetzen der physischen Welt und dem, was im Unterkapitel JD1.6.3 gesagt wurde, eine Person mit einem niedrigen moralischen Energieniveau für Lungenerkrankungen anfällig sein, da der Zustand der Depression, in die sie der niedrige Stand dieser Energie führt, zu unvollständigen Atemzügen, Seufzen und anderen Effekten (bzw. genauer deren Fehlen) neigen lässt, die Lunge zu überanstrengen.
Die Ursache wäre also hier das „niedrige Niveau der Moralenergie“ und die zeitabhängige Wirkung wäre die „Lungenkrankheit“. Für die Moralgesetze dagegen, unter Beachtung der Nichtexistenz des Begriffs der Zeit in der Gegen-Welt, verliert die Einweg-Regel ihre Wichtigkeit. Daher gilt in Bezug auf die Moralgesetze ein anderer „Grundsatz der zeitabhängigen Ursache und Wirkung“, in der die zeitliche Einordnung der Ereignisse aufhört zu gelten: d.h. die wirkung ist auch Ursache und die Ursache ist auch Wirkung. Deshalb existiert in allem, dessen Ergebnis von den moralischen Gesetzen abhängt, eine bidirektionale Wechselbeziehung, in der „die Ursache die Wirkung regelt, aber auch gleichzeitig auch die Wirkung die Ursache regiert“. Da im vorigen Beispiel der Depression und Lungenkrankheit jemandes Vorrat an moralischer Energie der Wirkung der Moralgesetze unterliegt, bezieht sich also auch auf ihn diese bidirektionale Abhängigkeit.
Deshalb werden beispielsweise depressive Personen anfällig für Lungenkrankheiten sein, so wie für Lungenkrankheiten anfällige Personen in Depressionen verfallen werden. Des weiteren kann dies noch mehr Konsequenzen haben. Nach dem Konzept der Dipolaren Gravitation kann man nämlich den Gesundheitszustand der eigenen Lungen sowohl moralisch – durch gute, totaliztische Taten, die daraufhin den Zustand der Depression eliminieren, also auch physisch – durch beliebige Tätigkeiten (z.B. Arbeit, schnelle Spaziergänge oder gymnastische Übungen), die uns zum tiefen Atmen zwingen. Gleichzeitig werden sich diese beiden Ratschläge ebenso als nützlich sowohl für das niedrige moralische Energieniveau also auch für die Neigung zur Depression erweisen.
#6. Der die Arbeit der Moralgesetze erzwingende Mechanismus ist in uns auf Dauer eingerichtet. Die Computersprache benutzend, ist er in uns „Hardware“. Diesen Mechanismus kann man also weder entfernen oder darauf zählen, dass er in unserem Falle nicht funktioniere. Das Einzige, was uns bleibt, ist ihre Existenz zu akzeptieren und die Moralgesetze in unserem Leben zu erfüllen. Intellekte, die die Moralgesetze nicht akzeptierten, werden so oft und in wachsendem Maße an ihre Existenz erinnert bis nach dem Grundsatz von „Versuch und Fehler“ (trial and error) letztlich die Aktionen dieser Gesetze ihnen zu Bewusstsein kommt. In diesem Zeitraum kann man das Leben „mit dem Weg durch einen dunklen, obwohl logisch entstandenen Tunnel“ bezeichnen. Reguläre Ausgänge und Kurven in diesem Tunnel repräsentieren die moralischen Gesetze. Wenn wir also ihre Aktionen nicht respektieren, wird unsere Reise mit Beulen, Stolpern, auf die Nase Fallen, Kratzern und anderen unangenehmen Erfahrungen gefüllt sein.
Nach einigen Erfahrungen dieser Art erkennen die talentiertesten unter uns, wie man sich bewegen soll. (Moralgesetze, Volksweisheiten und Hinweise aller Religionen kann man also vergleichen mit den gut gemeinten Ratschlägen unserer Vorfahren, die sich bereits durch so einen Tunnel  durchgequält haben und uns dabei Hinweise hinterlassen haben, wie man die Wiederholung der eigenen Beulen verhindern kann.)
Unabhängig von Tradition, Volksweisheit und Religion, die sich in mehr oder weniger deutlicher Art und Weise bemühen, uns alle zu informieren, was mit den Moralgesetzen übereinstimmt, was dagegen steht und dass im gegen-weltlichen Duplikat jeder Person für immer das Gegenorgan der Warnung eingebaut ist. Umgangssprachlich nennt man es „Gewissen“. Es ist auch in den Unterkapiteln I5.3 und JA10 der vorliegenden Monographie beschrieben. Wie sich aus meinen Forschungen ergibt, ist dies trotz, dass es in unserem Körper lokalisiert ist, ein Teil des universellen Intellekts und auch gleichzeitig Teil von uns selbst. Diese Zugehörigkeit unseres Gewissens zum universellen Intellekt gestattet uns den Vergleich mit dem einzigartigen Meeresorganismus „Koralle“.
Obwohl jeder Korallenorganismus all seine Lebensfunktionen vollkommen unabhängig führen kann, ist doch sein Skelett mit der ganzen Kolonie anderer Korallen verbunden und somit eine große Koralleninsel bildend. Was auch immer in ihm geschieht, die ganze Kolonie weiß sofort Bescheid. Da unser Gegen-Organ Gewissen eine direkte und dauerhafte Verbindung zum universellen Intellekt besitzt, ist dieses Organ diesem Intellekt untergeordnet und nicht uns, und ebenso entspricht es immer nicht unserem, sondern seinem /universellen Intellekt/ Diktat. Es ist auch so eine Art ständige Verdrahtung, direkt, wie eine „Hotline“ zwischen unserem Geist und dem Bewusstsein des universellen Intellekts. Durch diese „Line“ erfolgt die Kommunikation in zwei Richtungen, d.h. jede unserer Fragen erlangt in ihr eine sofortige Antwort. (Beachte, dass dies der einzige immer offene Kanal der Kommunikation in zwei Richtungen mit dem universellen Intellekt ist, den wir zu unserer Disposition besitzen. Aus diesem Kanal erhalten wir immer eine klare Antwort auf jede unserer Fragen.) selbst bei sehr primitiven Wesen ist das Gegen-Organ Gewissen ungewöhnlich komplex und überproportional vollkommen. Es ist ein genau so reales und zuverlässiges Organ wie unser Herz, Lunge oder Nieren.
Nur, dass es in unserem Gegen-Körper platziert ist und nicht im physischen Körper. Darüber hinaus erfüllt es moralische Funktionen. Unaufhörlich prüft es die moralische Legalität jedes unserer Gedanken und jeder Handlung, unser Gewissen alarmierend, wenn wir etwas gegen die Festlegungen der Moralgesetze und gegen den Willen des universellen Intellekts tun. Es kennt auch die zukünftigen Folgen jeder unserer Handlungen und in den meisten Fällen warnt es uns vor den Konsequenzen, die erst eintreten werden. Leider lernen wir mit der Zeit durch Erliegen verschiedener Versuchungen, Hoffnungen und Ambitionen im Leben seine uns zugeflüsterten Suggestionen.
Die Existenz des in uns eingebauten Gegen-Organs Gewissen führt dazu, dass das moralische Verhalten für jeden eine angeborene Fähigkeit ist. Das unmoralische Verhalten dagegen müssen wir erst langsam erlernen. Daher müssen auch böse Menschen im Sinne von vorsätzlich in der Regel schon älter sein, denn der Erwerb der Fähigkeit bewussten Überhören des Gewissens erfordert Zeit. (Hier nicht das vorsätzlich böse sein zu verwechseln mit dem spontanen Bösen, das aus einer Dummheit erfolgt, wie es bei Jugendlichen vorhanden ist.) Ein perfekter Ausdruck dieses Faktes ist das englische Sprichwort „no man ever became thoroughly bad all at once“ (d.h. „Niemand ist von Grund auf schlecht“). Interessant, dass die existierenden Fakten die Bestätigung zulassen, dass auch die Tiere ein Organ Gewissen besitzen, das fast ähnlich dem der Menschen ist. Beispielsweise ein Hund, der etwas angestellt hat, zeigt fast genauso deutlich ein Schuldgefühl, wie es ein Kind tut, das sich schuldig gemacht hat.
Des weiteren müssen Raubtiereltern ihren Nachkommen erst das Unterdrücken des Gewissens beibringen. Das bedeutet, dass die Aggressivität und die Angriffe auf Opfer gelernt sind und nicht vererbt, wie die Evolutionstheorie es postulieren würde. Viele Haustiere demonstrieren jedes Mal deutlich Schuld- und Reuegefühle, wenn sie etwas gegensätzliches zu den Anweisungen ihres Gewissens taten. Es sei darauf hingewiesen, dass so eine Demonstration der Schuld von Tieren absolut nicht möglich wäre, wenn ihr Gewissen keinen Zugang zu den Inhalten der Moralgesetze und den Prozeduren moralischer Überprüfung jeder ihrer Handlungen besäße.
Erwähnenswert sind hier auch die praktischen Konsequenzen des oben erwähnten Fakts der in uns existierenden ständigen Verbindung mit dem universellen Intellekt mit Hilfe des moralischen Organs Gewissen zu bemerken. Listen wir hier die wichtigsten dieser Konsequenzen auf:
#6a. Fähigkeit des Erkennens von Verbrechern, die ihr Gewissen dämmen. Eine dieser Konsequenzen ist die Möglichkeit der experimentellen Bestätigung der Wahrheit der  Aussagen im vorliegenden Punkt. So ein Gegen-Organ muss bestimmte Folgen seines Handelns produzieren, die sich während der Überwachung der elektrischen Aktivitäten des Gehirns registrieren lassen (siehe Unterkapitel I5.1 und I5.6). Deshalb müssen die Effekte der Gehirntätigkeit bei Personen, die die Hinweise ihres Gewissens dämmten (z.B. Massenmörder) auffallend anders sein als Personen, die ihr Gewissen nicht dämmen (z.B. der Austausch von Signalen im Gehirn zwischen dem Zentrum, das mit dem Gewissen zusammenarbeitet und dem Gefühlszentrum muss bei ihnen blockiert oder reduziert sein).
#6b. Die Existenz einer Zwei-Wege-Kommunikation mit dem universellen Intellekt (Gott). Bisher haben wir uns daran gewöhnt, dass die Kommunikation mit den universellen Intellekt (Gott) nur in eine Richtung verläuft – d.h. wir sprechen immer und in sehr seltenen Fällen von Wundern spricht ER fast nie zu uns. Allerdings ist die Wahrheit, dass die Kommunikation zwischen uns und dem universellen Intellekt zwei-wegig ist und konstant, nur dass sie mit Hilfe der sog. ULT Sprache (bzw. der im Unterkapitel I5.4 beschriebenen „Sprache Gottes“) stattfindet, die die Mehrheit von uns gewöhnlich nicht versteht.
Eine Möglichkeit, diese Sprache zu verstehen ist, das Flüstern unseres Gewissens hören zu lernen. Dieses Flüstern wird eben mit Hilfe dieser Sprache ULT ausgeführt. Wenn wir ständig auf unser Gewissen hören, lernen wir letztlich das Verständnis dieser tonlosen /eigentlich sprachlosen/ Sprache der Gegen-Welt, dann beginnen wir auch jede Antwort zu verstehen, die wir pausenlos vom universellen Intellekt zurück erhalten auf alles, was immer wir fragen. Tatsächlich ist die Kommunikation mit dem universalen Intellekt (Gott) pausenlos zwei-wegig. Um sie zu verstehen, müssen wir die Sprache ULT lernen, den dieser Intellekt in seinen Antworten auf unsere Fragen benutzt.
#6c. Ein praktischer Weg für ein bewusstes Erlernen der Sprache ULT (d.h. „Universal Language of Thoughts“, bzw. die „Sprache Gottes“). Diese Sprache lässt sich auf bewusstem Niveau durch unaufhörliches Hören auf sein eigenes Gewissen kennenlernen und lernen, ähnlich wie Menschen typischerweise andere Sprachen lernen, indem sie ernsthaft denen zuhören, die täglich diese fremde Sprache benutzen. Unser Gewissen ist übrigens das einzige menschliche Organ, mit dessen Hilfe die Formulierungen dieser Sprache sich in die bewusste Ebene der Menschen durchschlägt. Da die Sprache ULT die „Sprache Gottes“ ist, eröffnet die Kenntnis von einem ihrer Fragmente auf bewusster Ebene sofort für die Person, die sie beherrscht, eine ganze Reihe von enorm wichtigen Vorteilen.
Beispielsweise kann man bei Kenntnis diese Sprache eine sofortige und richtige Antwort auf praktisch jede Frage erhalten, die man dem universalen Intellekt stellt. Das bedeutet, dass man bei Kenntnis dieser speziellen Sprache in bestimmtem Umfang in diesem Umfang sofortigen Zugang nicht nur zu bis dato noch nicht entdecktem technischen und wissenschaftlichem Wissen, aber auch zum Wissen über die Zukunft, über Ereignisse, die erst stattfinden werden, zur Musik, die noch nicht komponiert wurde usw. gewinnt. Diese Sprache lernten teilweise nicht nur alle genialen Menschen, die ihre Arbeit auf die vom universalen Intellekt (Gott) erhaltenen Antworten stützten, sondern es lernten sie auch alle Visionäre, Propheten, Menschen mit einer Mission usw. kennen.
Es wird allgemein angenommen, dass diese Menschen irgendwelche besonderen Begabungen oder Eigenschaften besaßen. Doch wie sich herausstellt, waren sie wie jeder von uns. Nur, dass sie durch ernsthaftes Hören auf ihr Gewissen die Sprache ULT lernten und auf diese Weise zum bewussten Verstehen der auf ihre Fragen erteilten Antworten direkt durch den universalen Intellekt selbst fähig wurden. Praktisch ist jeder von uns mit etwas Mühe und gutem Willen in der Lage, diese „Sprache Gottes“ zu beherrschen. Leider ist diese Sprache sehr speziell und ziemlich kompliziert. Deshalb kennen die Menschen gewöhnlich nur einen kleinen Teil dessen, was den Tätigkeitsbereich betrifft, bei dem sie unaufhörlich auf ihr Gewissen hören. Dennoch gibt auch nur die Kenntnis einiger ihrer grundlegenden Sätze solchen Personen einen enormen Vorteil gegenüber anderen Menschen. Wie es in obigen Feststellungen erläutert wurde, ist die Moral nicht – wie manche das denken, eine menschliche Erfindung, die man behandeln kann wie man will. Sie ist ein ziemlich komplizierter und ungewöhnlicher Mechanismus des Universums, der in uns auf Dauer eingebaut wurde und der unser Schicksal mit eisenharter Konsequenz regiert.
#7. Wirkungsweisen. Die Tätigkeit der Moralgesetze beruht auf der „Anziehung“ der ihnen entsprechenden Antwort der Umgebung anstelle auf „Zwang“ dieser Antwort – so wie das im Falle physikalischer Gesetze ist. Das ist ein grundlegender Unterschied zwischen den moralischen und physikalischen Gesetzen. Er führt dazu, dass die moralische Antwort der Umgebung auf unser Verhalten nicht sofort kommt, sondern erst, wenn sich die entsprechende Situation in unserer Umgebung zeigt und zu uns  durch Erzeugung durch uns zuvor der Algorithmen, die unser Schicksal lenken (d.h. „Karma“) „angezogen“ wird. Beispielsweise besitzen – gemäß dieser Wirkungsweise Personen, die anderen gegenüber nicht mit guten Worten der Unterstützung sparen, eine größere Chance als andere Personen Unterstützung und Lob zu bekommen, wenn sich jemand in ihrer Nähe befindet, der sie emittiert. Des weiteren haben Eltern, die als Kinder gehorsam und diszipliniert waren, eine höhere Chance als andere, ähnlich gehorsame und disziplinierte Kinder zu haben. Letztlich schreiben Personen, die anderen großzügig geben, mit ihrer Handlung in ihre Register ein Karma, das sie als „Empfangssubjekte“ für andere unterstützt. (D.h. „Je mehr jemand gibt, desto mehr wird er erhalten“. Aber auch „Diejenigen, die zu geben ablehnen, hören mit der Zeit auf zu empfangen“.)
#8. Darstellung der Rolle des Bösen. Eine der interessantesten Implikationen der Moralgesetze ist, dass, damit sie effektiv funktionieren können, die Gegenwart von Personen (Intellekten) notwendig ist, die anderen Böses tun. Diese Personen gleichen nämlich die Bilanz des Bumeranggesetzes in ihrem Umfeld aus, helfen auch ihren Opfern und ihren Beobachtern, praktisch und persönlich zu erfahren, worauf das betreffende Böse beruht und wie es sich anfühlt. Obwohl gemäß den Moralgesetzen die Personen, die viel Böses um sich herum tun, unweigerlich für alles, was sie anstellten, zahlen werden, funktioniert der Mechanismus der Moralgesetze im Verhältnis zu ihnen gewöhnlich mit einer bedeutenden zeitlichen Verzögerung, weil sie anderen Menschen ein großes Ausmaß an Effekten von Grausamkeiten liefern, die sie an Erfahrungen und für das Überleben benötigen. Wenn wir also das nächste Mal von einer dieser Personen verletzt werden, werden wir uns, anstatt zu fragen „warum Mutter Erde solche (Leute) trägt“, besser bewusst machen, dass dank der Erfahrung, die wir durch die Hand dieser Person erhalten haben, wir auch die Chancen eines besseren Verständnisses der Moral und Unmoral und die Umkehrung unserer Erfahrungen in die Verbesserung unseres Selbst erhalten.


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