Roseninsel
Roseninsel - Ein Märchen

Es war einmal, hoch oben über den Wolken, da fuhr Apollo auf seiner glänzenden Kalesche, mit seiner Göttin der Schönheit - Aphrodite im Arm, betrunken von ihren Küssen, und er ließ eine dunkelrote Rose in die schäumenden Wellen des Meeres fallen.
Mit flatternden Haaren und von Meereswasser benetzt, sah dies der Meeresgott Poseidon, welcher über Seen und Ozeane herrscht, und er neidete seinem Bruder, dem Gott des Himmels, sein Glück, und schlug mit unermesslichem Hass sein Dreizack auf die duftende Rose, welche augenblicklich inmitten des Meeres zu Stein wurde.
Viele Jahre vergingen und eines Tages, als der sonnenerleuchtende Gott Apollo wieder am wunderbar blauen Himmel vorbei zog und sie so versteinert im Meer sah, weinten seine Augen, und zwei dicke Tränen fielen aus seinen strahlenden Augen. Eine fiel in das Herz der Rose und verwandelte sich sofort in einen stattlichen Jüngling, welchen man Attaviros nannte, und die andere fiel auf die Krone und wurde zu einer wunderschönen Jungfrau, der man den Namen Tsambika gab.
Attaviros ging am Tag zur Jagd und die schöne Tsambika entfachte am Abend das Feuer im Kamin, damit es die beiden erwärmte. Ausgestattet mit göttlichen Gaben bestellten Attaviros und Tsambika die versteinerte Rose und füllten sie mit Pflanzen, Bäumen und Blumen, welche der Sohn der Aphrodite - mit Namen Erotas (Eros - Liebe) - des Nachts heimlich goss.
Es war ein wahres Paradies, wo Attaviros und Tsambika glücklich lebten. Natürlich zeugten sie auch Kinder. Drei wunderschöne Mädchen badeten am Meeresstrand: Lindos, Kamiros und Ialyssos.
Wieder einmal zog der wilde Gott der Ozeane und Meere, der schäumende und mit den Winden kämpfende Poseidon, vorbei und beneidete jetzt die Sterblichen. Er erzürnte sehr über deren Glück und schlug nochmals mit aller Kraft sein Dreizack, solange bis die paradisische Rose in den dunklen Tiefen des Meeres versank. Der Vater der Götter aber – Zeus - der alles von oben sieht, sah auch, was der Herrscher der Ozeane in seiner Mistgunst tat.
Er sengte seine Hand, erhob die Rose, hauchte sie an und gab ihr neues Leben. Er ließ sie herunter, damit sie wieder in der - heute ruhigen - See schwimme. Das göttliche Paar zeugte noch eine Tochter, schön wie die Sonne, welche sie Rhodos nannte.
Eines Abends besuchte Apollo heimlich Rhodos und er war so betört von ihrer Schönheit, dass er verliebt die Nacht bei ihr verbrachte. Es verging einige Zeit und der verliebte Gott brachte ihr einen wunderschönen Schleier mit grünen und strahlendblauen Spitzen und bestickt mit 44 Rubinen und Diamanten (heute die 44 Dörfer) zum Geschenk, welche er von seiner leuchtende Krone nahm. So gut genäht und gestickt blieben die leuchtende Steine auf ihrem Kleid, bis sie eins mit ihrem Körper wurden und niemand konnte sie stehlen oder zerstören – wie viele Diebe, Räuber und Piraten bis heute auch vorbei kamen und es versuchten.


Text und Bild mit freundlicher Genehmigung aus der Zeitung "RhodosUrlauber"




Weitere Themen zu Kultur und Kunst
interner Link Altstadt - Weltkulturerbe   interner Link Pinakothek   interner Link Essen in der Antike   interner Link Hochzeitbräuche   interner Link Kafenion   interner Link Buchtipps   interner Link Bildhauer   interner Link Keramik

zurück zu
interner Link Startseite   interner Link Kultur Übersicht   interner Link Ausflugtipps

RUNDGÄNGE
interner Link Rundgang Altstadt   interner Link Rundgang Stadtmauer   interner Link Rundgang Neustadt   interner Link Inselspritztour

interner Link einen Schritt zurück